Energiespeicher für Privathaushalte – ist der polnische Markt für sie bereit?

Quelle: Fronius International GmbH

Seitens der Regierung werden erste Unterstützungserklärungen für Investitionen in die Energiespeicherung von Privathaushalten abgegeben, die die in immer mehr Haushalten installierten Photovoltaikanlagen ergänzen könnten. Bisher haben nur wenige inländische Prosumenten beschlossen, Energiespeicher einzubauen. Es stellt sich daher die Frage, ob polnische Installateure für die Entwicklung des neuen Marktes bereit sind.

Der Anstieg der Anzahl der Energiespeicher für Privathaushalte ist in Deutschland deutlich zu erkennen. In den letzten Jahren ist der Markt jedes Jahr um 50 Prozent gewachsen. Infolgedessen stieg die Kapazität der Solarenergiespeicher in Deutschland Ende 2019 auf 1,8 GWh.

Der Bundesverband Energiespeicher (BVES) schätzt, dass die Gesamtkapazität des Marktes dieses Jahres auf 930 MW gegenüber 440 MW Ende 2018 steigen wird.

Bundesverband Solarwirtschaft (BSW Solar) betont, dass diese Art der Investition durch einen deutlichen Preisverfall solcher Geräte begünstigt wird, die in den letzten Jahren im Durchschnitt um die Hälfte günstiger waren.

Wann werden wir in Polen einen ähnlichen Trend sehen?

Die entscheidenden Auswirkungen auf die Rentabilität von Energiespeichern, die „hinter dem Zähler“ montiert sind – neben den Preisen dieser Geräte – haben vor allem Energiepreise für den Endverbraucher.

Während die Energiepreise auf dem Großhandelsmarkt in Polen deutlich höher sind als in Deutschland, ist der Energiepreis auf Endkundenebene in Polen sogar doppelt so niedrig – und es ist der Einzelhandelspreis, der das Ausmaß der Einsparungen bestimmt, die die Installation eines Energiespeichers im Haushalt bringen kann .

Es lohnt sich jedoch, über die Entwicklung des Energiespeichermarktes nachzudenken, da dies eine der Schlüsseltechnologien ist, die Flexibilität und Sicherheit des Energiesystems gewährleisten können, in dem Wind- und Solaranlagen eine immer wichtigere Rolle spielen werden.

Aggregierte Energiespeicher, die virtuelle Kraftwerke schaffen, können Netzfrequenzregelungsdienste bereitstellen und so zum Ausgleich des Energiesystems beitragen. Auf diese Weise können Besitzer der Energiespeicher künftig zusätzlich zur Absicherung gegen Stromausfälle oder steigende Energiepreise einen zusätzlichen Vorteil erzielen und gleichzeitig das nationale Energienetz unterstützen.

Der Markt für Prosumer-Energiespeicher in Polen hat vorerst keine Zuschüsse erhalten – wie in Deutschland. Energiespeicherung wird in Schlüsselprogrammen für Prosumer-Investitionen in Polen nicht unterstützt – in regionalen operationellen Programmen, die aus Mitteln der Europäischen Union finanziert werden, oder im Regierungsprogramm Mój Prąd (Mein Strom).

Die Kofinanzierung von Energiespeichern wurde im Rahmen des vom Nationalfond für Umweltschutz und Wasserwirtschaft (NFOŚGW)  durchgeführten Agroenergia-Programms angeboten, aus dem Subventionen von landwirtschaftlichen Betrieben bezogen werden können. In der ersten Ausgabe dieses Programms wurden jedoch keine Anträge auf Subventionen für Energiespeicher gestellt.

Es wird jedoch erwartet, dass Subventionen für die Energiespeicherung für Privathaushalte gewährt werden. Eine solche Erklärung wurde kürzlich vom Entwicklungsministerium abgegeben.

Es stellt sich die Frage, ob der Inlandsmarkt der Installationsunternehmen bereit ist, das Interesse an der Montage der Energiespeicher zu bedienen, da in Polen bisher nur sporadisch Energiespeicher montiert wurden.
Vertreter von führenden Installationsunternehmen sagen, dass sie bereit sind, Energiespeicher zu installieren. Sie sind sich einig, dass man in Polen für die Energiespeicherung ein Programm wie das „Mein Strom“ („Mój Prąd“) Programm benötigt. Der Zuschuss sollte mindestens 10.000 PLN betragen also doppelt so viel wie für eine PV Anlage für einen Privathaushalt.
Die Arbeiten im Klimaministerium dauern an und hoffentlich bringt dieser Herbst gute Nachrichten für Prosumer, die an Energiespeicherung interessiert sind.

Malgorzata Bartkowski

Quelle: www.gramwzielone.pl
Link zum Originalartikel: https://www.gramwzielone.pl/magazynowanie-energii/103327/magazyny-energii-dla-prosumentow-czy-polski-rynek-jest-na-nie-gotowy?fbclid=IwAR33mL93aI3-XxIO0rWwAkAdxwL8mw1t5ue6Qz8qhBGcARc54jI-md3L2Ic